Die Englische Teatime ist Ihnen mit Sicherheit ein Begriff. Vor allen Dingen, wenn Sie selbst Teetrinker sind. Aber haben Sie sich schon einmal genauere Gedanken gemacht, wie die Teatime in Großbritannien abläuft? Warum gibt es dieses Ritual überhaupt? Und gibt es eine bestimmte Art von Teegeschirr, welche dabei verwendet wird? Tauchen Sie ein in die Welt der englischen Teatime und erfahren Sie allerlei Wissenswertes rund um die feine englische Art, Tee zu trinken.
Beginnen wir unsere kleine Reise durch alles Wissenswerte aus der Welt der Teatime vor vielen Jahrhunderten, genauer gesagt, im 17. Jahrhundert, als die Briten begannen, Tee aus Asien in ihr eigenes Land zu importieren. Heute liegt Großbritannien hinter China und erstaunlicherweise Irland auf Platz drei der meisten Teetrinker. Besonders ist in England aber vor allen auch das Ritual, welches mit Teatime verbunden wird.
Im 17. Jahrhundert und der Folgezeit war England das Haupthandelsland, was Tee betraf. Die East India Company, welche unter anderem den Tee aus Asien brachte, wurde zur mächtigsten Handelsorganisation der Welt. Die reichen Briten genossen das in ihren kleinen Teegärten, die ab dieser Zeit entstanden. Edle Porzellantassen aus China und dann später aus eigener Herstellung versüßten ihnen den Tee noch zusätzlich. Wer es sich leisten konnte - denn Tee war sehr teuer - der genoss den Nachmittag beim Tee im Teegarten und führte angeregte Gespräche. Für Männer und Frauen galt dies übrigens gleichermaßen, auch wenn die Gespräche wohl unterschiedlicher Natur waren.
Die wirkliche Geburtsstunde der Englischen Teatime wird jedoch im 19. Jahrhundert vermutet. Es war eine Hofdame der Königin Victoria, die Duchess of Bedford, Anna Maria Stanhope (1783-1857), welche dieses Ritual eingeführt haben soll. Für sie war es eine schöne Sitte, die Hofdamen und eingeladene Gäste jeden Nachmittag um sich zu versammeln, um mit ihnen zu reden und “Frauenthemen” zu behandeln. Eine strenge Etikette prägte diese Art der Teatime und tut dies bis heute. Beispielsweise muss stets die Gastgeberin den Tee einschenken, niemals die Gäste selbst. Auch das Teegeschirr wird mit strengen Vorgaben bedacht, beispielsweise, dass die Teetasse immer nur mit Daumen und Zeigefinger gehalten werden darf.
Außerdem ist die britische Teatime nicht nur ein Teetrinken, sondern es wird eine komplette Mahlzeit eingenommen. Zum Tee gibt es Gebäck und die berühmten britischen Sandwiches, im speziellen Gurkensandwiches.